Impfungen gegen Blutvergiftungen können Leben retten

 

(djd). Eine bakterielle Blutvergiftung durch Meningokokken ist zum Glück selten, sie kann allerdings innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich verlaufen. Die Bakterien werden meist als Tröpfcheninfektion übertragen und sie können neben einer Blutvergiftung (Sepsis) auch eine Hirnhautentzündung (Meningitis) auslösen. Babys und Kleinkinder sind besonders gefährdet, da ihr Immunsystem noch nicht vollständig ausgereift ist. Schützen können hier effektiv die verschiedenen Impfungen gegen Blutvergiftungen.

 

Impfungen gegen Blutvergiftungen
Eltern sollten ihre Kinderärztin beziehungsweise ihren Kinderarzt frühzeitig auf die unterschiedlichen Meningokokken-Impfungen ansprechen.
Foto: djd/GSK/Andrej Freidich

 

Unspezifische und grippeähnliche Symptome erschweren die Diagnose

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Eine Meningokokken-Erkrankung beginnt häufig mit unspezifischen, leicht mit einer Grippe zu verwechselnden Symptomen. Das erschwert die Diagnose in einem frühen Stadium. Es können Fieber, Erbrechen, Schläfrigkeit, Krämpfe sowie bei Babys eine vorgewölbte oder harte Fontanelle – das ist die Spalte zwischen den Schädelplatten – auftreten. Bei septischen Verläufen kommt es zu Hauteinblutungen, Blutdruckabfall und zum Organversagen. Bei einem Verdacht sollten Eltern schnellstmöglich mit ihrem Kind die Kinderärztin beziehungsweise den Kinderarzt oder das nächstgelegene Krankenhaus aufsuchen. Es zählt jede Minute, denn je eher die Antibiotikum-Therapie begonnen werden kann, desto wahrscheinlicher können schwere Folgeschäden vermieden werden. Bei einer Blutvergiftung kann es zu Vernarbungen, Haut- und Gewebezerstörung kommen, in Extremfällen sogar zu Amputationen. Circa zehn Prozent der Betroffenen sterben trotz intensivmedizinischer Versorgung.

 

Impfungen gegen Blutvergiftungen
Babys und Kleinkinder sind besonders für Infektionskrankheiten gefährdet, da ihr Immunsystem noch nicht vollständig ausgereift ist.
Foto: djd/GSK/Andrej Freidich

 

Gegen Meningokokken stehen verschiedene Impfungen zur Verfügung

„Solange es Infektionskrankheiten gibt, können wir uns durch Impfungen bestmöglich davor schützen“, betont der Kinder- und Jugendarzt Dr. Michael Horn. Er berät in seiner Praxis viele Eltern über den Schutz vor Meningokokken. Dafür stehen in Deutschland verschiedene Impfungen zur Verfügung. Die Impfung gegen die Meningokokken der Gruppe C ist von der Ständigen Impfkommission (STIKO) standardmäßig für alle Kinder im Alter von zwölf Monaten empfohlen. Sie schützt jedoch nicht vor den anderen Meningokokken-Gruppen. Dr. Horn klärt die Eltern daher auch immer über die weiteren Möglichkeiten auf: „Der Impfstoff gegen Meningokokken C wurde als erster Meningokokken-Impfstoff zugelassen; die Forschung der anderen beiden Impfstoffe dauerte länger. Mittlerweile gibt es jedoch auch eine Einzelimpfung gegen Gruppe B sowie eine Kombi-Impfung gegen die Gruppen ACWY. Das ist wichtig, denn Meningokokken B sind aktuell für die meisten Erkrankungen in Deutschland verantwortlich, gefolgt von Y und C.“ Viele Krankenkassen erstatten die zusätzlich möglichen Impfungen auf Anfrage komplett oder teilweise – nachfragen lohnt sich. Mehr Informationen auch unter www.meningitis-bewegt.de.

 

Impfungen gegen Blutvergiftungen
Die Impfung gegen die Meningokokken der Gruppe C ist von der Ständigen Impfkommission (STIKO) standardmäßig für alle Kinder im Alter von zwölf Monaten empfohlen.
Foto: djd/GSK/Andrej Freidich

 

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Die Symptome einer Sepsis (Blutvergiftung) können anfänglich sehr unspezifisch sein. In diesem Stadium ist eine Diagnose schwierig, was ein Grund für die hohe Sterberate ist. Viele durch Sepsis bedingte Todesfälle sind jedoch durch Prävention vermeidbar. Das gilt beispielsweise für die seltenen, aber lebensbedrohlichen Blutvergiftungen durch Meningokokken-Bakterien, die durch Tröpfcheninfektion übertragen werden können. Babys und Kleinkinder sind besonders gefährdet, da ihr Immunsystem noch nicht vollständig ausgebildet ist. Glücklicherweise können sie schon früh durch Impfungen vor einer Meningokokken-Erkrankung geschützt werden. Eltern sollten ihren Kinderarzt frühzeitig auf die unterschiedlichen Meningokokken-Impfungen ansprechen. Weitere Infos bietet www.meningitis-bewegt.de**.

 

Impfungen gegen Blutvergiftungen
Impfungen können Babys und Kleinkinder bestmöglich vor Meningokokken schützen.
Foto: djd/GSK/Andrej Freidich